
Leitfaden zu Pilzkrankheiten bei Kakteen: wie man sie verhindert und behandelt
Fungale Erkrankungen (verursacht durch Pilze) sind einer der häufigsten Gründe für Verluste in Sammlungen und Baumschulen von Kakteen. Sie treten häufig auf, wenn **hohe Feuchtigkeit**, **wenig Luftaustausch**, **zu organische Substrate** und/oder **Wunden** im Gewebe kombiniert werden.
In diesem Leitfaden lernen Sie, die typischen Symptome zu erkennen, die häufigsten Ursachen zu identifizieren und ein praktisches Protokoll zur Prävention und Behandlung zu befolgen, um Rückfälle zu minimieren.
1) Wie man ein Pilzproblem erkennt
Obwohl es nicht immer einfach ist, Pilze von Bakterien oder Schädlingen zu unterscheiden, gibt es einige typische Anzeichen:
- →**Kreisförmige** braune/schwarze Flecken, die langsam wachsen.
- →**Eingesunkene Bereiche** (Nekrose) und Korkigkeit (gequollenes Gewebe).
- →**Weichfäule** an der Basis (Hals) oder an Wurzeln, mit unangenehmem Geruch in fortgeschrittenen Phasen.
- →**Graufäule** auf der Oberfläche von Wunden oder weichen Bereichen (insbesondere in kalten und feuchten Umgebungen).
- →**Wachstumsstopp** und allgemeine Verfärbung, wenn der Schaden intern ist.
Wichtig: Ein Kaktus kann eine alte Verletzung „heilen“ (verhornen). Besorgniserregend ist, wenn der Fleck **fortschreitet**, weiches Gewebe **auftritt** oder **Exsudate** vorhanden sind.
2) Häufigste Ursachen
Bei Kakteen nutzen Pilze oft Stressbedingungen aus:
- →**Übermäßige Bewässerung** oder häufige Bewässerung ohne vollständige Trocknung.
- →**Wenig durchlässiges Substrat** (zu viel Torf, feine Kokosfaser oder verdichtete Erde).
- →**Töpfe ohne gute Belüftung** oder Untersetzer mit Wasser.
- →**Wenig Belüftung** im Gewächshaus oder Innenraum (stagnierende Luft).
- →**Niedrige Temperaturen** bei hoher Feuchtigkeit (sehr typisch im Herbst/Winter).
- →**Wunden** durch Umpflanzungen, Hagel, Reibung, Insekten oder Schnitt von Stecklingen.
- →**Nicht desinfizierte Werkzeuge**, die Krankheitserreger übertragen.
3) Häufige Pilze (und was sie normalerweise verursachen)
Ohne in eine Laboruntersuchung einzutauchen, sind dies nützliche Kategorien:
- →**Wurzel-/Halsfäule-Pilze**: greifen häufig an, wenn es zu viel Feuchtigkeit gibt. Der Kaktus wird von der Basis her weich und kann zusammenbrechen.
- →**Gefäßpilze**: verursachen interne Verfärbungen und fortschreitenden Verfall. Manchmal sieht man beim Schneiden einen braunen Ring.
- →**Opportunistische Schimmel auf Wunden**: erscheinen bei frischen Schnitten oder beschädigten Bereichen, wenn sie nicht gut trocknen.
Wenn der Schaden schnell voranschreitet, ein unangenehmer Geruch auftritt oder das Gewebe sich verflüssigt, handeln Sie so schnell wie möglich.
4) Präventionsprotokoll (was am besten funktioniert)
Prävention macht oft 80% des Erfolgs aus:
Substrat und Topf - Verwenden Sie ein **sehr durchlässiges** Substrat: hoher Mineralanteil (Pumice, Vulkanasche, Perlit, grober Sand). - Vermeiden Sie sehr organische „Innenmischungen“. - Stellen Sie **Entwässerungslöcher** sicher und lassen Sie kein Wasser stehen.
Bewässerung - Bewässern Sie nur, wenn das Substrat **vollständig trocken** ist. - Bei Kälte die Bewässerung stark reduzieren (oder je nach Art und Temperaturen einstellen). - Besser eine tiefe und seltene Bewässerung als häufige „Schlücke“.
Belüftung und Licht - Sorgen Sie für gute Belüftung: im Innenbereich Ecken ohne Luftbewegung vermeiden. - Ausreichend Licht: geschwächte Kakteen erkranken schneller.
Hygiene - Desinfizieren Sie Werkzeuge (Isopropylalkohol) vor und nach jeder Pflanze. - Isolieren Sie neue Pflanzen 2–3 Wochen, um Symptome zu beobachten.
5) Was tun, wenn bereits Symptome vorhanden sind
Schritt 1: Isolieren und bewerten Trennen Sie die Pflanze, um Ansteckungen zu vermeiden. Bewerten Sie, ob die Verletzung: - **Oberflächlich und trocken** ist (bessere Prognose). - **Aktiv, weich oder sich ausbreitend** ist (Intervention erforderlich).
Schritt 2: Bewässerung einstellen Wenn Sie Pilze vermuten, **stellen Sie die Bewässerung sofort ein**. Das Halten des Substrats feucht beschleunigt oft das Problem.
Schritt 3: Wurzeln und Hals überprüfen (falls zutreffend) Wenn das Problem anscheinend von der Basis kommt:
- →Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf.
- →Entfernen Sie das gesamte alte Substrat.
- →Überprüfen Sie die Wurzeln: Wenn es **schwarze/weiche** Teile gibt, schneiden Sie sie bis zum gesunden Gewebe ab.
Lassen Sie die Pflanze 24–72 Stunden an der Luft (im hellen Schatten, gute Belüftung) trocknen, bevor Sie sie umpflanzen.
Schritt 4: Sanierung des betroffenen Gewebes Wenn die Verletzung am Körper des Kaktus ist und fortschreitet:
- →Schneiden/kratzen Sie mit einem sauberen Werkzeug bis zum festen Gewebe.
- →Desinfizieren Sie das Werkzeug zwischen den Schnitten.
- →Lassen Sie den Bereich **trocknen** und eine schützende Schicht bilden.
Schritt 5: Behandlung (übliche Optionen) Die genaue Behandlung hängt vom Land und dem verfügbaren Produkt ab. Dennoch ist der allgemeine Ansatz:
- →**Kontaktfungizid** (präventiv): wird häufig bei oberflächlichen Verletzungen oder als Unterstützung nach der Sanierung verwendet.
- →**Systemisches Fungizid** (kurativ): wird für ernstere oder wiederkehrende Fälle reserviert.
Befolgen Sie immer das Etikett des Produkts (Dosierung, Häufigkeit, Verträglichkeiten) und vermeiden Sie die Behandlung in direkter Sonneneinstrahlung oder bei extremen Temperaturen.
Schritt 6: Umpflanzen und Quarantäne - Umpflanzen in **neues und steriles** Substrat mit höherem Mineralanteil. - In den ersten Tagen (oder sogar 1–2 Wochen) nicht gießen, um die Heilung zu ermöglichen. - Halten Sie die Pflanze in **Quarantäne** und beobachten Sie, ob der Fleck sich stabilisiert oder weiter wächst.
6) Typischer Fall: Fäule an der Basis (durch Schnitt retten)
Wenn der Kaktus von unten weich ist, ist es oft am effektivsten:
- →Über der betroffenen Zone schneiden, bis sauberes Gewebe (ohne Verfärbung) sichtbar ist.
- →Den Steckling **heilen** lassen an einem trockenen und belüfteten Ort.
- →In sehr mineralischem Substrat bewurzeln, mit minimalen Bewässerungen zu Beginn.
7) Schnelle Checkliste (um nicht wieder zu fallen)
- →Mineralischer und durchlässigeres Substrat
- →Bewässerung nur, wenn es zu 100% trocken ist
- →Echte Belüftung (Luftbewegung)
- →Desinfizierte Werkzeuge
- →Neue Pflanzen in Quarantäne
Mit diesen Änderungen werden die meisten Pilzprobleme bei Kakteen drastisch reduziert und, wenn sie auftreten, viel früher kontrolliert, bevor sie fortschreiten.
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