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TRICHOCEREUS BRIDGESSI: Vollständiger Leitfaden. Alles, was Sie wissen müssen

TRICHOCEREUS BRIDGESSI: Vollständiger Leitfaden. Alles, was Sie wissen müssen

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# Trichocereus bridgesii (Echinopsis lageniformis): Vollständiger Anbau-, Identifikations- und Fachleitfaden

**Trichocereus bridgesii** (in der modernen Literatur häufig als ***Echinopsis lageniformis*** behandelt; auch im Handel bekannt als „bolivianische Fackel“) ist ein säulenförmiger Kaktus, der aus Bolivien stammt und für sein elegantes Erscheinungsbild, seine Vitalität, die duftenden Nachtblüten und seine hervorragende Anpassung an trockene Höhenlagen sehr geschätzt wird. Bei TRICHOLAND produzieren wir ausgewähltes Material für Baumschulen und Landschaftsgestaltung, mit besonderem Augenmerk auf Einheitlichkeit, Gesundheit und Verhalten im intensiven Anbau.

Dieser Leitfaden vereint Fachwissen für fortgeschrittene Hobbygärtner und Fachleute: Taxonomie, Identifikation, Habitat, Hochleistungs-Substrate und Bewässerung, Ernährung, Frosttoleranz, Vermehrung, Pflanzengesundheit, Differenzierung von verwandten Arten und Jahresarbeitskalender.

Taxonomie und Namen

  • Gattung: **Trichocereus** (häufig in *Echinopsis* in aktuellen Behandlungen eingeschlossen).
  • Häufig akzeptierter Name: ***Echinopsis lageniformis*** (syn. *Trichocereus bridgesii*).
  • Synonyme und Verwandtschaften: In einigen Quellen werden *Echinopsis scopulicola* und lokale Formen als Synonyme oder nahe Verwandte aufgeführt; die Behandlung variiert je nach Autor.
  • Gemeinsame Namen: „bolivianische Fackel“; in Bolivien werden regionale volkstümliche Namen aufgezeichnet.
  • Häufig falsche Schreibweise: „bridgessii“. Korrekte Form: **bridgesii**.

Herkunft und Habitat

  • **Verbreitung**: Departements La Paz, Cochabamba, Tarija und Chuquisaca (Bolivien).
  • **Höhe**: ca. **1.000–3.300 m ü. N. N.**, an Hängen und Schluchten mit gut durchlässigen, steinigen Böden.
  • **Klima**: ausgeprägte Trocken-/Feuchtesaisons, hohe Strahlung, große tägliche Temperaturschwankungen und saisonale Niederschläge.

Beschreibung und Identifikation

  • **Wuchsform**: strauchig bis baumartig, gelegentliche Verzweigung; **2–5 m** hoch unter idealen Bedingungen.
  • **Stämme**: hellgrün bis glauko-bläulich, **15–20 cm** Durchmesser, **4–8 gut ausgeprägte Rippen**.
  • **Areolen**: groß, getrennt **~1,5–3 cm**.
  • **Dornen**: **2–6** pro Areole, ungleichmäßig, honig- bis braunfarben, Länge **~0,1–7 cm** (robuster bei erwachsenen Pflanzen).
  • **Blüten**: weiß, groß, duftend, nachtaktiv; langer Blütenstiel; **~15–20 cm** Länge.
  • **Früchte**: sphärisch, mit Trichomen; **~4–6 cm** Länge.

Anbaubedürfnisse

Licht und Exposition

  • **Licht**: volle Sonne nach schrittweiser Akklimatisierung. In der Baumschule, Schattiernetz 30–40% für junge oder frisch umgetopfte Exemplare 2–3 Wochen.
  • **Innenraum/Glashaus**: Ziel **PPFD 250–400 µmol/m²/s** für Erhalt; **400–600** für schnelles Wachstum mit angepasster Belüftung und Ernährung.
  • **Wind**: tolerant; stützen bis zur Verdickung der Basis an exponierten Standorten.

Temperatur und Frosttoleranz

  • **Optimal**: 18–30 °C (aktives Wachstum über 15 °C im Substrat).
  • **Ruhe**: unter 10–12 °C reduziert sich die Aktivität; trockener halten.
  • **Frost**: sicherer Anbau empfohlen in **USDA 9a–11**. Mit fachkundiger Handhabung können ausgewachsene Exemplare in sehr durchlässigem Substrat punktuelle Abfälle **bis −4/−6 °C** tolerieren, wenn trocken. Frost mit feuchtem Boden vermeiden.

Professionelles Substrat (Topf oder Behälter)

Ziel: schnelle Entwässerung, hohe Belüftung und moderate Feuchtigkeit für tiefe und zeitlich abgestimmte Bewässerung.

  • **60–70% mineralische Fraktion**: Pumice/Puzzolan 2–8 mm, vulkanischer Kies oder gewaschener grober Quarzsand.
  • **30–40% organische Fraktion**: faserige Torf oder Kokos (Mischung mittel) + 10–15% gesiebter reifer Kompost.
  • **Korrekturen**:

- Dolomit/Kalkcarbonat: 2–4 g/L, wenn saurer Torf verwendet wird (liefert Ca/Mg und stabilisiert den pH-Wert). - Mykorrhiza und *Trichoderma* in der Vermehrung für Wurzelvitalität. - Silizium (Diatomeenerde/Siliciumdioxid) in Mikrodosen für Gewebe-Festigkeit.

  • **Ziel-pH**: **5,8–6,5** (Toleranz ~5,5–7,2). Kompakte oder salzhaltige Substrate vermeiden.
  • **Entwässerung**: Töpfe mit mehreren Löchern oder gerillt; eine Schicht aus Kies am Boden ersetzt kein korrektes Substrat.

Bewässerung

  • **Frühling–Sommer**: tiefe Bewässerung, 50–80% des Substratvolumens zwischen den Bewässerungen austrocknen lassen. Im Topf: 1 Bewässerung alle **5–10 Tage** je nach T°, Strahlung, Wind, Behältergröße.
  • **Herbst**: schrittweise ausdünnen; leichte Bewässerung an milden Tagen priorisieren, wenn Restwärme vorhanden ist.
  • **Winter**: in kalten Klimazonen fast **trocken** halten. In frostfreien Gebieten sehr punktuelle und leichte Bewässerung.
  • **Wasserqualität**: niedrige EC (**0,75 dS/m**) und moderate Alkalinität. Wenn das Wasser hart ist, pH auf **5,8–6,2** absenken, um Chlorose zu verhindern.

Ernährung und Fertigation

  • **Arbeitsdosis** im aktiven Wachstum: **50–100 ppm N** pro Anwendung alle 2–4 Bewässerungen mit N-armen und K-reichen Formulierungen (z. B. 3-5-7 / 4-7-8) + chelatierte Mikronährstoffe (Fe, Mn, Zn).
  • **Leitfähigkeit** in Lösung: **0,8–1,2 mS/cm** im Wachstumshoch.
  • **Ende des Sommers**: N reduzieren; K, Ca und Si für die Gewebe-Reifung priorisieren.
  • **Salzwaschung**: alle 6–8 Wochen, reichlich Bewässerung mit klarem Wasser.
  • **Vermeiden** Sie Harnstoff als Hauptquelle für N; ammoniumnitrat/calciumnitrat bevorzugen.

Töpfe, Umtopfen und Struktur

  • **Behälter**: tief und mit guter seitlicher Belüftung; hervorragende Leistung in gerillten Töpfen/Air-Pots.
  • **Umtopfen**: wenn der Wurzelballen >80% des Volumens einnimmt (ca. alle 2–3 Jahre). Beste Zeit: Ende Frühling–Sommer.
  • **Stützung**: Bambus/Stock und elastische Bänder, um ein Abdrücken bis zur Festigung der Basis zu vermeiden.

Vermehrung

Stecklinge (bevorzugte Methode in der Baumschule)

  • **Auswahl**: gesunde Segmente von **20–40 cm** mit festen Geweben.
  • **Schnitt**: sauber und leicht schräg, mit desinfiziertem Werkzeug.
  • **Heilung**: vertikal, im hellen Schatten und mit Belüftung **10–21 Tage** bis zur trockenen Kallusbildung. In feuchten Klimazonen, Schwefel auf den Schnitt streuen.
  • **Wurzelbildung**: auf sehr mineralischem und kaum feuchtem Substrat ablegen; erste moderate Bewässerung nach 2–4 Wochen oder wenn Wurzeln sichtbar sind (>2–3 cm).

Samen

  • **Substrat**: fein und steril (z. B. 50% feiner Quarzsand + 50% gesiebter Torf/Kokos). Durch Hitze desinfizieren.
  • **Aussaat**: oberflächlich; hohe Feuchtigkeit unter einer Haube; intensive diffuse Beleuchtung.
  • **Temperatur**: **22–28 °C**. Keimung in **7–21 Tagen** üblich.
  • **Handhabung**: schrittweise Belüftung ab der 2.–3. Woche; erste Ernährung sehr verdünnt nach einem Monat.

Veredelungen (fortgeschritten)

  • Beschleunigt das Wachstum von Sämlingen oder rettet wertvolles Material. Unterlagen: *Myrtillocactus geometrizans*, *Trichocereus spachianus* und andere kräftige *Trichocereus*.

Schnitt, Formung und Wuchsmanagement

  • **Entspitzen** zur Induktion von Verzweigungen auf der gewünschten Höhe (ideal bei Landschaftsexemplaren).
  • **Gesundheit**: Schnitte bei trockenem und warmem Wetter durchführen; Schwefel streuen und bis zur Kallusbildung trocken halten.
  • **Erneuerung**: alte Säulen segmentieren und Basen umpflanzen, um zu verjüngen.

Schädlinge und Krankheiten

Häufige Schädlinge

  • **Wolläuse** (Luft- und Wurzelarten): Inspektion an Areolen und Hals. Kontrolle: Isopropylalkohol 70%, Kaliseife und Gartenöl im Wechsel. An der Wurzel: Wurzelballen waschen und in sauberes Substrat umtopfen. In Produktionsbetrieben, biologische Kontrolle bewerten (*Cryptolaemus*, *Anagyrus*).
  • **Rote Spinne**: häufig bei Hitze und niedriger relativer Luftfeuchtigkeit. Prävention: Belüftung, morgendliche Duschen im Freien im Sommer und leichte Öle; im Gewächshaus, *Phytoseiulus persimilis*.
  • **Thripse/Schuppen**: Überwachung und gezielte Behandlungen gemäß lokaler Vorschrift.
  • **Schnecken und Nacktschnecken**: physische Barrieren und Randköder.

Krankheiten

  • **Hals-/Wurzelfäule** durch übermäßige Feuchtigkeit und Kälte: bis zu gesundem Gewebe reinigen, Werkzeug desinfizieren, Schwefel/Kupfer am Schnitt und trocken heilen. Bewässerung und Entwässerung anpassen.
  • **Blattflecken** (Anthraknose usw.): Belüftung verbessern; vorbeugende Kontaktfungizide, wo erlaubt; nächtliches Nassen des Stammes vermeiden.
  • **Eisenchlorose**: typisch bei hartem Wasser pH>7. pH der Bewässerung korrigieren und Fe-EDDHA anwenden.

Häufige Probleme und Lösungen

  • **Etiolierung**: unzureichendes Licht oder Übermaß an N. Strahlung schrittweise erhöhen und Düngung ausbalancieren.
  • **Sonnenbrand**: nach plötzlichen Wechseln zu voller Sonne. 2–3 Wochen akklimatisieren mit Schattierung.
  • **Ödeme**: reichliche Bewässerung mit kaltem Substrat. Bei warmen Stunden bewässern und Entwässerung verbessern.
  • **Risse**: Hydratationsspitzen nach längerer Trockenheit. Frequenz und Volumen stabilisieren.

Jahreskalender (Nordhalbkugel; 6 Monate umkehren in der Südhalbkugel)

  • **Mär–Apr**: Wiederaufnahme der Bewässerungen; erste sanfte Düngungen; Umtopfen und Stecklingsvermehrung.
  • **Mai–Aug**: Wachstumshoch. Regelmäßige tiefe Bewässerungen; vollständige Ernährung; wöchentliche phytosanitäre Kontrolle.
  • **Sep**: N reduzieren; K/Ca/Si priorisieren; Stützen vor temporären Wetterlagen überprüfen.
  • **Okt–Nov**: Bewässerungen ausdünnen; trockene Wintervorbereitung; vor kaltem Regen schützen.
  • **Dez–Feb**: Ruhe; fast trocken halten; Überwachung der Wurzel-Wolläuse.

Differenzierung von verwandten Arten

  • **T. pachanoi**: in der Regel geringere Dornenzahl (0–7 kurze Dornen), grünere Farbe, 6–8 abgerundete Rippen. *Bridgesii* hat oft längere und ausgeprägtere Dornen.
  • **T. peruvianus** (*E. peruviana*): hohe Variabilität; glaukere Klone mit mittellangen bis langen Dornen; Areolen in vielen Sorten etwas weiter auseinander.
  • **T. macrogonus**: oft stacheliger (bis ~20 Dornen/Areole, mit langen zentralen Dornen), schlanker Wuchs in einigen Klonen.
  • **E. scopulicola**: von einigen als nahe zu *lageniformis* behandelt; typischerweise weniger Dornen und glatteres Aussehen. Subtile Unterschiede und Gegenstand taxonomischer Debatten.

Formen und Sorten

  • **Monstruöse/krustierte (TBM, cristatas)**: langsameres Wachstum und ungewöhnliche Morphologie; sehr geschätzt in Sammlungen. Benötigen noch mineralischere Substrate, sehr maßvolle Bewässerung und zusätzlichen Schutz vor kaltem Regen.
  • Andere Sammlersorten von Interesse: Linien mit Variationen in Dornen, Färbung und Vitalität.

Verwendung in Landschaft und Design

  • **Einpflanzung**: Hänge, Steingärten und xerophytische Beete. **80–120 cm** Abstand zwischen den Achsen für natürliches Wachstum und Verzweigung lassen.
  • **Boden**: auf Hügeln/Plateaus von 15–30 cm pflanzen, um zu entwässern. Tropfbewässerung in trockenen/warmen Klimazonen.
  • **Kombinationen**: Agave, Dasylirion, *Yucca*, xerophytische Gräser, *Tephrocactus*.

Zusammenfassendes Datenblatt

  • **Herkunft**: Bolivien (La Paz, Cochabamba, Tarija, Chuquisaca).
  • **Höhe**: 1.000–3.300 m ü. N. N.
  • **Höhe**: 2–5 m im reifen Anbau.
  • **Stamm**: 15–20 cm Durchmesser; 4–8 Rippen.
  • **Blüte**: weiß, nachtaktiv, duftend, 15–20 cm.
  • **Substrat**: sehr durchlässig; pH 5,8–6,5.
  • **Bewässerung**: tief und zeitlich abgestimmt bei Wärme; fast trocken bei Kälte.
  • **Düngung**: niedrig in N, hoch in K, mit Mikronährstoffen; 50–100 ppm N pro Ereignis in der Saison.
  • **Zonen**: USDA 9a–11 (punktuelle Toleranzen unter 0 °C in trockenem Zustand und mit fachkundiger Handhabung).

Gute Praktiken für die Baumschulproduktion

  • **Dichte**: Beete mit 30–40 cm Abstand zwischen Töpfen von 20–25 L für anfängliches Wachstum; im 2. Jahr erweitern.
  • **Fertigation**: 0,8–1,2 mS/cm im Höhepunkt; Blattkorrekturen in Mikrodosen (Fe, Zn, Mn) gemäß Analyse.
  • **Hygiene**: Quarantäne von 3–4 Wochen für neue Zugänge; Desinfektion von Beeten und Werkzeugen; neues Substrat bei jeder Vermehrung.
  • **Klonale Auswahl**: Linien mit moderater Dornenzahl für den Einzelhandel; Linien mit hoher Vitalität für die Landschaftsgestaltung.

Schnelle FAQ

  • **Wie viel Licht benötigt sie?** Volle Sonne mit Akklimatisierung. Innen nur mit starker Beleuchtung und guter Belüftung.
  • **Toleriert sie Frost?** Kurz und trocken, besser über −3/−4 °C. Empfohlen USDA 9a+.
  • **Wie oft gießen?** Wenn mindestens die Hälfte des Substrats trocken ist; im Winter fast trocken.
  • **Wie vermehrt sie sich?** Sehr einfach durch Stecklinge; durch Samen mit steriler Handhabung und Wärme; Veredlung zur Beschleunigung.
  • **Warum wird sie gelb?** pH/hartes Wasser oder Eisenmangel. pH der Bewässerung anpassen und Fe-EDDHA anwenden.

TRICHOLAND: Mutterpflanzen und Produktion im großen Maßstab

Bei TRICHOLAND arbeiten wir mit **Trichocereus bridgesii** (*Echinopsis lageniformis*) mit Linien, die nach Vitalität, stabiler Morphologie und Gesundheit ausgewählt wurden. Wir bieten Großhandelschargen in verschiedenen Kalibern, bewurzelte Stecklinge, Mutterpflanzen und technische Unterstützung in Bezug auf Substrate, Fertigation, integrierte Kontrolle und Implantationsdesign an. Fragen Sie nach Verfügbarkeit, phytosanitären Dokumenten und Logistik je nach Zielort.

Mit einem korrekt durchlässigen Substrat, intensiven Lichtverhältnissen und professionell abgestuftem Gießen ist **T. bridgesii** eine edle und schnell wachsende Säule für xerophytische Gärten, Sammlungen und zeitgenössische Landschaftsprojekte.

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