
TRICHOCEREUS PACHANOI: Vollständiger Leitfaden. Alles, was Sie wissen müssen
# Trichocereus pachanoi: Vollständiger Anbau-, Identifikations- und Fachleitfaden
**Trichocereus pachanoi** (syn. *Echinopsis pachanoi*, derzeit von vielen Autoren als *Trichocereus macrogonus var. pachanoi* behandelt) ist ein schnell wachsender, andiner Säulenkaktus, der in der Gartenbau- und Sammlerszene aufgrund seiner architektonischen Form, Robustheit und hohen Anpassungsfähigkeit sehr geschätzt wird. Bei TRICHOLAND arbeiten wir mit ausgewählten Linien für die professionelle Produktion aufgrund ihrer Vitalität, geringen Stacheligkeit und hohen Toleranz gegenüber variablen Bedingungen.
Dieser technische Leitfaden vereint alles, was du benötigst, um ihn erfolgreich auf fortgeschrittenem Hobby- oder Baumschulniveau anzubauen: Taxonomie und Identifikation, Substrate, Bewässerung, Ernährung, Licht und Klima, Vermehrung, Pflanzengesundheit, Jahreskalender und Problemlösung.
Taxonomie und Namen
- →Geschlecht: **Trichocereus** (häufig von *Echinopsis* nach zeitgenössischen morphologischen und genetischen Kriterien segregiert).
- →Häufig akzeptierter Name: **Trichocereus macrogonus var. pachanoi**.
- →Synonyme: *Trichocereus pachanoi*, *Echinopsis pachanoi*, früher *Cereus pachanoi*.
- →Gemeinsame Namen: San Pedro (ornamentale/nutzpflanzliche Verwendung), unter anderem regionale andine Namen.
Herkunft und Habitat
- →**Nativ** in Ecuador, Peru und Kolumbien; weit verbreitet in ganz Südamerika und darüber hinaus.
- →**Höhe**: typischerweise zwischen 2.000 und 3.000 m ü. NN, an gut durchlässigen Hängen, steinigen Böden und in Klimazonen mit ausgeprägten Trocken-/Feuchtzeiten.
Beschreibung und Identifikation im Feld
- →**Wuchsform**: von der Basis aus verzweigte Säule; 3–6 m Höhe in reifem Anbau; außergewöhnliche Exemplare dokumentiert bis ~12 m.
- →**Stämme**: hellgrün bis dunkelgrün, manchmal bläulich; 6–15 cm Durchmesser.
- →**Rippen**: üblicherweise 6–8, gut ausgeprägt.
- →**Areolen**: bläulich-weiß, etwa 2 cm voneinander entfernt; 0–7 kurze Stacheln (bis ~2 cm), häufig fast dornenlos in ausgewählten Sorten.
- →**Blüte**: große, weiße, sehr duftende, nächtliche Blüten; 19–24 cm Länge und bis ~20 cm Durchmesser; Perianth mit dunklen Haaren am Blütenrohr. Öffnen sich nachts und können ~2 Tage halten.
- →**Frucht**: dunkelgrün, länglich, ca. 3 cm Durchmesser × 5–6 cm Länge; öffnet sich bei Reife und zeigt weißes Fruchtfleisch mit zahlreichen Samen.
Anbaubedürfnisse
Klima und Exposition
- →**Licht**: volle Sonne nach Akklimatisierung. Junge oder frisch umgepflanzte Pflanzen schätzen Halbschatten (Netz 40–50%) für 2–4 Wochen. In Innenräumen/Glashäusern Ziel von PPFD 250–400 µmol/m²/s für nachhaltiges Wachstum; 400–600 für schnelles Wachstum mit angemessener Belüftung und Ernährung.
- →**Temperatur**: optimal 18–30 °C. Geht unter 10–12 °C in die Ruhephase.
- →**Kälte/Frost**: hält kurzfristige Minusgrade aus, wenn trocken. Konservative Empfehlung: sicherer Anbau in **USDA 9a–11**. Bei fachgerechter Pflege und sehr durchlässigem Substrat gibt es Berichte über punktuelle Toleranz gegenüber **−3 bis −6 °C** (ausnahmsweise mehr) bei reifen und völlig trockenen Exemplaren; lange Expositionen oder Frost mit feuchtem Boden vermeiden.
- →**Wind**: toleriert Wind; stützen in exponierten Lagen, bis die Basis dicker wird.
Professionelles Substrat
Schnelle Drainage, hohe Wurzelbelüftung und moderate Feuchtigkeit sind erforderlich. Empfohlene Mischung für Töpfe oder Container:
- →**50–70% mineralische Fraktion**: Pumice/Puzzolan (2–8 mm), vulkanischer Kies oder gewaschener Grobsand. Pumice sorgt für Belüftung und moderate Feuchtigkeit.
- →**30–50% organische Fraktion**: faserige blonde Torf oder mittelfaseriger Kokos + 10–20% gut gesiebter, reifer Kompost.
- →**Korrekturen**:
- Carbonat/Dolomit: 2–4 g/L, wenn saure Torf verwendet wird (liefert Ca/Mg und stabilisiert den pH-Wert). - Mykorrhiza/Trichoderma: nützlich in der Baumschule für Vitalität und Wurzelgesundheit.
- →**Ziel-pH**: 5,8–6,5 (breite Toleranz ~5,5–7,2). Salzhaltige oder sehr kompakte Substrate vermeiden.
Bewässerung
- →**Frühling–Sommer**: tiefe und zeitlich gestaffelte Bewässerung, 50–80% des Substratvolumens zwischen den Bewässerungen austrocknen lassen. In Töpfen entspricht dies normalerweise 1 Bewässerung/5–10 Tage, abhängig von Temperatur, Topfgröße, Wind und Strahlung.
- →**Herbst**: allmählich die Bewässerung reduzieren. Bei anhaltender Wärme durch leichte Bewässerung ersetzen.
- →**Winter**: in kalten Klimazonen praktisch **trocken** halten, um Fäulnis zu vermeiden. In frostfreien Zonen sehr punktuelle und leichte Bewässerung an milden Tagen.
- →**Wasserqualität**: niedrige EC (15 °C): 50–100 ppm N pro Anwendung, alle 2–4 Bewässerungen, mit Dünger für Kakteen mit **niedrigem N und hohem K** (z. B. 3-5-7 bis 4-7-8) und chelatierten Mikronährstoffen (Fe, Mn, Zn). Urea als Hauptquelle für N vermeiden.
- →**Ende des Sommers**: N reduzieren und K/Si priorisieren, um Gewebe zu reifen und die Kältetoleranz zu verbessern.
- →**Salzwaschung**: alle 6–8 Wochen mit viel klarem Wasser bewässern, um Ansammlungen zu vermeiden.
- →**Anzeichen für Überbewässerung**: weiche Gewebe, Verlust der markierten Rippen, Etiolierung. Dosis oder Frequenz anpassen.
Töpfe, Umpflanzungen und Struktur
- →**Behälter**: tief und mit mehreren Löchern. Sehr empfehlenswert sind Rillen- oder Air-Pots für seitliche Belüftung.
- →**Umpflanzung**: alle 2–3 Jahre oder wenn der Wurzelballen 80–90% des Volumens einnimmt. Beste Zeit: Ende Frühling–Sommer bei stabilen Temperaturen.
- →**Stützen**: Bambus oder Glasfaserstäbe; elastische Bindungen, um ein Abdrücken zu vermeiden.
Vermehrung
Durch Stecklinge (bevorzugte Methode in der Baumschule)
- →**Auswahl und Schnitt**: gesunde Segmente wählen (20–40 cm). Saubere Schnitte mit desinfiziertem Werkzeug, leicht schräg, um das Abfließen zu fördern.
- →**Heilung**: vertikal an einem schattigen, belüfteten Ort 10–21 Tage trocknen lassen (bis ein trockener Kallus entsteht). In feuchten Klimazonen mit Schwefel oder Zimt am Schnitt bestäuben.
- →**Wurzelbildung**: den Steckling auf ein **sehr mineralisches und kaum feuchtes** Substrat legen; nicht zu tief eingraben. Optional: AIB-Hormon in Pulverform auf den Kallus.
- →**Bedingungen**: 22–28 °C im Substrat, helles Licht ohne direkte Sonne. Erste moderate Bewässerung, wenn sichtbare Wurzeln (2–3 cm) oder nach 2–4 Wochen bei stabiler Wärme erscheinen.
Durch Samen
- →**Substrat**: sehr fein und steril (50% feiner Silikonsand + 50% gesiebter Torf/Kokos). Mikrowelle/Ofen zur Desinfektion verwenden.
- →**Aussaat**: oberflächlich, ohne Abdeckung oder mit einer sehr feinen Sandschicht. Hohe Feuchtigkeit (80–90%) unter einer Abdeckung/Dom, diffusem Licht.
- →**Temperatur**: 22–28 °C. Gewöhnliche Keimung in 7–21 Tagen.
- →**Handhabung**: nach 2–3 Wochen schrittweise belüften, um Schimmel zu vermeiden. Erste Düngung sehr verdünnt nach einem Monat.
Veredeln (fortgeschritten)
- →Nützlich, um das Wachstum von Sämlingen zu beschleunigen oder wertvolles Material zu retten. Empfohlene Unterlagen: *Myrtillocactus geometrizans*, *Trichocereus spachianus*, andere kräftige *Trichocereus*.
Schnitt, Formung und Wuchsmanagement
- →**Kappen** der Spitzen, um Verzweigungen in der gewünschten Höhe zu induzieren.
- →**Gesundheit der Schnitte**: bei trockenem und warmem Wetter durchführen; Schwefel bestäuben; bis zur Bildung eines Kallus trocken halten.
- →**Höhenkontrolle**: im Gartenbau segmentieren und umpflanzen, um alte Basen zu erneuern.
Schädlinge und Krankheiten
Häufige Schädlinge
- →**Wolläuse** (luft- und wurzelbasiert): Areolen und Hals überprüfen. Kontrolle: Reinigung mit 70% Isopropylalkohol, Kaliumseife und Gartenöl im Wechsel; bei Wurzeln, Eintauchen des Wurzelballens in eine seifige Lösung und Umpflanzung in sauberes Substrat. In Produktionen, biologische Kontrolle (Cryptolaemus, Anagyrus) und systematisierte Köder gemäß lokaler Vorschriften in Betracht ziehen.
- →**Rote Spinne**: bei Hitzewellen und niedriger relativer Luftfeuchtigkeit. Vorbeugung durch morgendliche Duschen im Freien (nur im Sommer) und leichte Öle; Freisetzungen von *Phytoseiulus* im Gewächshaus.
- →**Schuppen/Thripse**: regelmäßige Inspektion, genehmigte Öle und Wachstumsregulatoren.
- →**Schnecken/Schnecken**: physische Barrieren und Köder im Umkreis.
Krankheiten
- →**Weichfäule** (bakteriell) und **Pilzbefall** (Hals/Wurzel) durch übermäßige Feuchtigkeit und Kälte. Handhabung: aggressive Sanierung bis zu gesundem Gewebe, Desinfektion des Werkzeugs, Schwefel/Kupfer am Schnitt und Trocknung. Bewässerung und Belüftung anpassen.
- →**Anthraknose/Flecken**: Belüftung verbessern; präventive Kontaktfungizide, wo genehmigt. Nächtliches Nassen des Stammes vermeiden.
- →**Eisenchlorose**: typisch für hartes Wasser/hohen pH-Wert. pH der Bewässerung anpassen und Fe-EDDHA anwenden.
Häufige Probleme und Lösungen
- →**Etiolierung** (blasses und schmales Wachstum): Lichtmangel oder Überdüngung mit N. Strahlung schrittweise erhöhen und Düngung ausbalancieren.
- →**Sonnenbrand**: korkbraune Flecken nach abruptem Wechsel zu voller Sonne. 2–3 Wochen mit Schattennetz akklimatisieren.
- →**Ödeme**: Blasen/Kork durch übermäßige Bewässerung mit kaltem Substrat. In warmen Stunden bewässern und Drainage verbessern.
- →**Längsrisse**: Bewässerungsspitzen nach längerer Trockenheit. Frequenz und Volumen stabilisieren.
Jahreskalender für den Anbau (Nordhalbkugel, 6 Monate anpassen für Südhalbkugel)
- →**März–April**: Beginn der Bewässerung; erste sanfte Düngungen; Umpflanzungen.
- →**Mai–August**: Spitzenwachstum. Tiefe und regelmäßige Bewässerung; vollständige Ernährung; wöchentliche phytosanitäre Kontrollen. Junge Pflanzen in Hitzewellen schattieren.
- →**September**: N reduzieren; Struktur vor Unwettern überprüfen.
- →**Oktober–November**: Bewässerung abwechseln; trockene Überwinterung vorbereiten; vor kaltem Regen schützen.
- →**Dezember–Februar**: Ruhe; minimale oder keine Bewässerung bei Kälte; Überwachung der Wurzel-Wolläuse.
Verwendung in Landschaft und Design
- →**Standort**: Hänge, xerophytische Beete, architektonische Hecken und XXL-Töpfe. 80–120 cm Abstand zwischen den Achsen für natürliche Verzweigung lassen.
- →**Pflanzung im Boden**: auf Hügeln von 15–30 cm erhöhen, um Drainage zu gewährleisten; zeitlich abgestimmte Tropfbewässerung.
- →**Kompatibilitäten**: Agaven, Dasylirion, *Tephrocactus*, xerophytische Gräser.
Differenzierung von ähnlichen Arten
- →**T. macrogonus (var. macrogonus)**: mehr Stacheln pro Areole (bis ~20), einschließlich robuster zentraler Stacheln von bis zu 5 cm; manchmal schlanker Wuchs.
- →**T. peruvianus**: hohe Variabilität; viele klonale Formen mit mehr Stacheln und bläulicheren Tönen; Areolen manchmal weiter auseinander.
- →**Typisches Pachanoi**: 6–8 Rippen, kurze/wenige Stacheln, Areolen alle ~2 cm, schnell verdickendes Gewebe und Blüten mit dunklem Haar am Rohr.
Gute Praktiken für die Baumschulproduktion
- →**Dichte**: Beete mit 30–40 cm Abstand zwischen Töpfen von 20–25 L für schnelles Wachstum; Abstand im zweiten Jahr erhöhen.
- →**Fertigation**: 0,8–1,2 mS/cm in der Nährlösung während des Wachstumshochs; chelatierte Blattkorrekturen in Mikrodosen.
- →**Hygiene**: Quarantäne für Neuzugänge 3–4 Wochen; Desinfektion von Beeten und Werkzeugen; neues Substrat bei jeder Vermehrung.
- →**Klonale Selektion**: Linien mit geringer Stacheligkeit für den Einzelhandel und Linien mit hoher Vitalität für die Landschaftsgestaltung beibehalten.
Schnelle FAQ
- →**Wie viel Licht benötigt er?** Volle Sonne mit Akklimatisierung; Innenräume nur mit starker Beleuchtung und Belüftung.
- →**Toleriert er Frost?** Kurzfristige Frostperioden, wenn trocken; besser vermeiden unter −3 °C. Empfohlen USDA 9a+.
- →**Wie oft wird gegossen?** Im Sommer, wenn der größte Teil des Substrats trocken ist; im Winter, fast trocken.
- →**Wie vermehrt er sich?** Sehr einfach durch Stecklinge; auch durch Samen mit steriler Handhabung und Wärme.
- →**Warum ist er gelb?** Mögliche Chlorose durch hohen pH-Wert/hartes Wasser. pH der Bewässerung anpassen und eisenchelatierte Düngemittel anwenden.
Zusammenfassendes Datenblatt
- →**Höhe**: 3–6 m (ausnahmsweise mehr).
- →**Durchmesser des Stammes**: 6–15 cm; Rippen 6–8.
- →**Blüte**: nächtlich, weiß, duftend; 19–24 cm.
- →**Substrat**: sehr durchlässig; pH 5,8–6,5.
- →**Bewässerung**: tief und zeitlich gestaffelt bei Wärme; trocken bei Kälte.
- →**Düngung**: niedrig in N, hoch in K, mit Mikronährstoffen.
- →**Zonen**: USDA 9a–11 (8b mit fachgerechter Pflege und trocken).
TRICHOLAND: Mutterpflanzen und Produktion im großen Maßstab
Bei TRICHOLAND wählen wir **Trichocereus pachanoi** aufgrund von Vitalität, geringer Stacheligkeit und Uniformität aus. Wir bieten Großhandelschargen in verschiedenen Kalibern, bewurzelte Stecklinge, Mutterpflanzen und technische Beratung zu Substraten, Fertigation und Implementierung in Landschaftsprojekten an. Verfügbarkeit, phytosanitäre Dokumentation und Logistik je nach Zielort anfragen.
Bei angemessener Handhabung von Licht, Wasser und Substrat ist T. pachanoi einer der dankbarsten und schnellsten Säulen für xerophytische Gärten, Sammlungen oder kommerzielle Produktionen. Wenn du eine Mischung, einen Ernährungsplan oder spezifische integrierte Kontrollen für dein Klima benötigst, steht dir das technische Team von TRICHOLAND zur Verfügung.
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